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Bei Anruf Kultur

So einfach kommt Kultur ins heimische Wohnzimmer

Das Bild zeigt eine Fotoausstellung im Museum

Kultur für alle

Wäh­rend des Coro­na-Lock­downs im Früh­jahr 2021 ent­wi­ckel­te der Blin­den- und Seh­be­hin­der­ten­ver­ein Ham­burg (BSVH) gemein­sam mit dem Büro grau­wert - Büro für Inklu­si­on & demo­gra­fie­fes­te Lösun­gen sowie zahl­rei­chen Kul­tur­ein­rich­tun­gen in Ham­burg, u.a. der Stif­tung His­to­ri­sche Muse­en Ham­burg (SHMH), ein inno­va­ti­ves Ver­mitt­lungs­kon­zept, um Kul­tur auch in die­ser schwie­ri­gen Zeit zugäng­lich zu machen: „Bei Anruf Kul­tur“ erreicht Men­schen, die die­se nicht live erle­ben kön­nen – per Telefon.

Sozu­sa­gen aus der kul­tu­rel­len Not gebo­ren, hat sich das Pro­jekt eta­bliert und wird wir alle sind ein­ge­la­den, das Ange­bot zu nut­zen. Das funk­tio­niert ganz unkom­pli­ziert: Ein­fach Ver­an­stal­tung aus­su­chen, anmel­den, mit dem Tele­fon ein­wäh­len und in einer klei­nen Grup­pe teil­neh­men. Span­nen­de Ein­bli­cke und gute Gesprä­che inklusive.

Das Programm:

Auf dem Pro­gramm ste­hen u.a. ein Besuch in der Elb­phil­har­mo­nie, im Schloss Ber­ge­dorf, im Muse­um für Kunst und Gewer­be, im Alto­na­er Muse­um oder auf dem Muse­ums­schiff Peking.

Sie sit­zen zuhau­se auf dem Sofa, ganz gemüt­lich, es macht nichts, wenn die Fri­sur nicht sitzt, die Chips­tü­te knis­tert, der Sekt­kor­ken knallt, der Kater schnurrt oder das Tele­fon klin­gelt – Sie sind stumm geschal­tet. Ledig­lich für Sach­fra­gen wer­den Sie dazu geschal­tet, oder nach dem vir­tu­el­len Rund­gang für einen gemein­sa­men Aus­tausch. Der fin­det aber nur audi­tiv statt; sprich: Sie sind zu hören, aber nicht zu sehen. Und es ist auch ganz egal, wo Sie sind – auch außer­halb Ham­burgs. Sie brau­chen ledig­lich ein funk­ti­ons­tüch­ti­ges Telefon.

So kommt das Museum auch in ihr Wohnzimmer:

Link zur bar­rie­re­frei­en Dar­stel­lung des Pro­gramms. Als Pro­gramm­an­sa­ge unter Tele­fon 040 — 20 94 04 66 und als Pro­gramm­zet­tel zum Aus­druck (PDF).

Eine Anmel­dung ist bis einen Tag vor der Füh­rung bei Mela­nie Wöl­wer vom BSVH per Mail an buchung@beianrufkultur.de oder Tele­fon 040 — 20 94 04 29 nötig.

Danach erhal­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer eine Fest­netz­num­mer und die Raum­num­mer für die Ein­wahl. Wäh­rend der Füh­rung wer­den sie auf stumm geschal­tet und kön­nen so in aller Ruhe zuhö­ren, müs­sen sich aber gleich­zei­tig kei­ne Sor­gen machen, wenn sie auf der hei­mi­schen Couch mit der Decke rascheln oder die Tee­tas­se geräusch­voll abstel­len. Zwi­schen­durch wer­den die Teil­neh­men­den wie­der dazu geschal­tet, um Fra­gen zu stel­len. Die Füh­run­gen dau­ern eine Stun­de, ein wei­te­rer Aus­tausch im Anschluss ist möglich.

 

Möchten Sie eine Telefonführung als feste Gruppe buchen?

Schrei­ben Sie ger­ne eine Mail an buchung@beianrufkultur.de und tei­len uns mit, für wel­che Füh­rung Sie sich inter­es­sie­ren. Wir ver­mit­teln Ihre Anfra­ge ger­ne direkt an das ent­spre­chen­de Haus. Bit­te beach­ten Sie, dass Grup­pen­füh­run­gen nicht im Rah­men des kos­ten­frei­en Ange­bots stattfinden.

Text: grau­wert — Büro für Inklu­si­on & demo­gra­fie­fes­te Lösungen

Fotos: Bir­git Gärtner

Ohnsorg-Theater barrierefrei

Angebot für Sehgeschädigte

Das Foto zeigt drei Frauen mit einem Mikro in der Hand

Dat Frollein Wunner

Am Sonn­tag, den 29.5.2022 um 16.00 Uhr und am Sams­tag, den 4.6.2022 um 20.00 Uhr bringt die platt­deut­sche Büh­ne end­lich wie­der ein Stück mit Live-Audiodeskription.

Das Bild zeigt das Follein Wunner

„Dat Frol­lein Wunner“

Eine Komö­die von Murat Yeginer

Urauf­füh­rung

Platt­deutsch: Kers­tin Stölting

Insze­nie­rung: Murat Yeginer

Büh­ne: Kat­rin Reimers

Kos­tü­me: Ste­pha­nie Kniesbeck

Musik und musi­ka­li­sche Ein­rich­tung: Ste­fan Hiller

Cho­reo­gra­fie: Laris­sa Potapov

Es spie­len: Tan­ja Bah­ma­ni, Mar­kus Gil­lich, Till Hus­ter, Caro­li­ne Kie­se­wet­ter, Nele Lar­sen, Cem Yeginer.

Zum Stück:

Ham­burg, Ende der 40er Jah­re. Bei einem Vor­sin­gen tref­fen sie auf­ein­an­der: Rosa, Aus­hilfs­leh­re­rin für Deutsch, Käthe, Schnei­de­rin mit Opern-Aus­bil­dung und Hil­de, Mel­ke­rin und Jod­le­rin, das reins­te Natur­ta­lent. Gegrün­det wer­den soll eine Damen-Kapel­le, genau­er: eine Damen-Band, wie Cap­tain John McG­int­ley, der Orga­ni­sa­tor des „Anglo-Ger­man-Swing Fes­ti­vals“, betont. Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung – nicht nur für die drei so unter­schied­li­chen „Ger­man Froll­eins“. Mit einem Augen­zwin­kern, über­aus humor­voll doch glei­cher­ma­ßen melan­cho­lisch und berüh­rend, ange­rei­chert mit zahl­rei­chen Lie­dern aus den 30er und 40er Jah­ren gelingt es Murat Yegi­ner eine Geschich­te zu erzäh­len, die uns in ihren Bann zieht. 

Alle Infos unter: https://www.ohnsorg.de/

Wichtige Hinweise zum Theaterbesuch:

Bit­te beach­ten Sie die aktu­ell gel­ten­den Zugangs­vor­aus­set­zun­gen und Hygie­ne­maß­nah­men für Ihren Thea­ter­be­such. Sie fin­den die­se unter

https://www.ohnsorg.de/

im Bereich „Wich­ti­ge Hin­wei­se für Ihren nächs­ten Theaterbesuch:

https://www.ohnsorg.de/service/wichtige-hinweise-fuer-ihren-naechsten-theaterbesuch/ 

In der ver­gan­ge­nen Zeit wur­de das Ohn­sorg-Thea­ter noch siche­rer gemacht, indem eine neue Lüf­tungs­an­la­ge ein­ge­baut wur­de, die die Luft acht Mal pro Stun­de von Viren und Bak­te­ri­en reinigt.

Hinweise zur Gastronomie:

1,5 Stun­den vor den Vor­stel­lun­gen öff­net die Gas­tro­no­mie im Gro­ßen Haus.

Coro­nabe­dingt darf nur am Sitz­platz bedient wer­den, also unbe­dingt einen Tisch reser­vie­ren. Hier kön­nen Sie Ihren Tisch reservieren:

https://www.ohnsorg.de/service/gastro/reservierung/

Informationen zur Audiodeskription:

Die Audi­o­de­skrip­ti­on wird von der Behör­de für Kul­tur und Medi­en Ham­burg gefördert.

Text der Audi­o­de­skrip­ti­on: Marit Becht­loff und Hela Mich­alski
Die von Marit Becht­loff live ein­ge­spro­che­ne Audi­o­de­skrip­ti­on ist mit der App „MobileCon­nect“ von Senn­hei­ser über das eige­ne Smart­pho­ne zu ver­fol­gen. (Bit­te eige­ne Ine­ar-Kopf­hö­rer mit­brin­gen!)
Es kön­nen auch iPods vor Ort aus­ge­lie­hen werden!

Reservierung:

Ort: Hei­di-Kabel-Platz 1, 20099 Hamburg

Ticket­re­ser­vie­run­gen unter dem Stich­wort Hörtheater:

Tele­fon: 040–35080321. E‑Mail: kasse@ohnsorg.de

Bit­te mit ange­ben, ob Sie von einem Führ­hund beglei­tet werden.

Ticketpreise:

Alle Prei­se sind inklu­si­ve HVV-Fahrkarte.

Sehbehinderte mit dem Merkzeichen B im Ausweis und Begleitperson erhalten folgende Ermäßigung:

Hinweise zur App „MobileConnect“ von Sennheiser:

För de Quietjes:

Mit hoch­deut­scher Übertitelung!

Text und Foto: Ohnsorg-Theater

Der Bar­rie­re­frei-Kul­tur­füh­rer

für die Metro­pol­re­gi­on Hamburg 

& Schles­wig-Hol­stein

Ohnsorg-Theater 

Hei­di-Kabel-Platz 1, 20099 Hamburg 

040 – 35 08 03 21 

Öffnungszeiten 

Die Öff­nungs­zei­ten ent­neh­men Sie bit­te der Webseite 

Kasse 

Bei Bedarf bit­te ange­ben, dass Sie ein Assis­tenz­hund beglei­ten wird. 

Rollstuhlplätze 

Das Thea­ter bie­tet drei Plät­ze für Men­schen im Roll­stuhl an. Die­se sind online nicht buch­bar und kön­nen nur tele­fo­nisch reser­viert wer­den: 040 — 35 08 03 21. 

Speisenangebot 

Herz­haft und süß 

Barrierefreiheit 

Speisenangebot 

Fisch — Fleisch — vegetarisch 

Gesamturteil: 

Ein­ge­schränkt bar­rie­re­frei. Das Thea­ter ist stu­fen­los, 3 Plät­ze für Men­schen im Roll­stuhl sind vor­han­den, eben­so ein Fahr­stuhl und ein Behin­der­ten-WC. Hör­ge­schä­dig­te kön­nen von der Induk­ti­ons­schlei­fe Gebrauch machen. Ein tak­ti­les Leit­sys­tem für Seh­ge­schä­dig­te ist nicht vorhanden. 

Parkplatz 

Einen Park­platz gibt es nicht 

Eingang 

Die Außen­tür ver­fügt über einen auto­ma­ti­schen Türöffner 

Bewegungsfreiheit 

Die Gän­ge drin­nen und drau­ßen sind breit genug auch für grö­ße­re Rollstühle. 

Türen 

Die Türen sind breit genug auch für grö­ße­re Rollstühle. 

Fahrstuhl 

Ein Fahr­stuhl ist vorhanden. 

Toiletten 

Ein Behin­der­ten-WC ist vorhanden. 

Eingeschränkte Hörfähigkeit 

Das Thea­ter ver­fügt über eine Induktionsschleife. 

Eingeschränkte Sehfähigkeit 

Ein tak­ti­les Leit­sys­tem gibt es nicht. Die Unter­stüt­zung für Seh­ge­schä­dig­te wird im neben­ste­hen­den Text aus­führ­lich erklärt. 

Assistenzhunde 

Kön­nen nach vor­he­ri­ger Anmel­dung mit­ge­führt werden. 

Klage gegen die Bahn

10.000 € werden benötigt 

„Jeder­zeit mit der Bahn“, die­se Selbst­ver­ständ­lich­keit will die „Inter­es­sen­ver­tre­tung Selbst­be­stimmt Leben in Deutsch­land e.V.“ (ISL) auch für Men­schen mit Han­di­cap durch­set­zen. Da ein Schlich­tungs­ver­fah­ren schei­ter­te, bleibt nur der juris­ti­sche Weg – und der ist kostspielig.

Zur Begrün­dung heißt es auf der Web­sei­te der Initia­ti­ve jederzeitmitbahn.de:

« Ein gro­ßes Pro­blem: Men­schen im Roll­stuhl kom­men ohne frem­de Hil­fe nicht in die Züge des Fern­ver­kehrs, weil die­se Stu­fen haben. n gro­ßes Pro­blem: Men­schen im Roll­stuhl kom­men ohne frem­de Hil­fe nicht in die Züge des Fern­ver­kehrs, weil die­se Stu­fen haben.

Die­se Hil­fe muss im Vor­aus ange­mel­det wer­den. Gibt es kein Per­so­nal am Bahn­hof, lehnt die Deut­sche Bahn AG eine Mit­fahrt ab. An den meis­ten Bahn­hö­fen dür­fen behin­der­te Men­schen dadurch oft nur am Tag mit der Bahn fahren.

Wer vor 6 Uhr einen Zug neh­men möch­te oder abends nach 20 Uhr irgend­wo ankommt, bleibt auf der Strecke.

Daher hat die ISL bereits 2017 die Schlich­tungs­stel­le BGG ange­ru­fen und gebe­ten eine Schlich­tung ein­zu­lei­ten. Die­se Schlich­tungs­stel­le kann Schlich­tungs­ver­fah­ren nur gegen öffent­li­che Ein­rich­tun­gen des Bun­des ein­lei­ten. Die Deut­sche Bahn AG zählt als pri­vat­wirt­schaft­li­ches Unter­neh­men. Sie befin­det sich zu 100 Pro­zent im Eigen­tum der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und wird vom Eisen­bahn­bun­des­amt (EBA) und der ihr über­ge­ord­ne­ten Behör­de, dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um (BMVI) reguliert.

Ein Rechts­gut­ach­ten (PDF, exter­ner Link) im Auf­trag der Schlich­tungs­stel­le BGG kam 2019 zu dem Ergeb­nis, dass die Deut­sche Bahn AG die Rechts­vor­schrif­ten der EU-Fahr­gast­rech­te­ver­ord­nung und der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on missachtet.

Die DB AG muss zu allen Zei­ten nach vor­he­ri­ger Anmel­dung Men­schen mit Mobi­li­täts­ein­schrän­kun­gen den Ein- und Aus­stieg gewähr­leis­ten.
Außer­dem geht aus dem Gut­ach­ten ein­deu­tig her­vor, dass es das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in der Pflicht sieht, ent­spre­chend auf die DB AG einzuwirken.

Sowohl die DB AG als auch das BMVI lehn­ten unse­re For­de­run­gen, Ein- und Aus­stie­ge für behin­der­te Men­schen zu allen Zei­ten an denen Züge im Fern­ver­kehr rol­len vor­zu­hal­ten, Ende des Jah­res 2020 ab.

Die Schlich­tung ist somit geschei­tert. Wenn eine Schlich­tung offi­zi­ell fehl­schlägt, hat man die Mög­lich­keit eine Kla­ge einzureichen.

Von die­sem Recht machen wir jetzt Gebrauch. Denn bar­rie­re­freie Mobi­li­tät ist ein Men­schen­recht und ein wich­ti­ger Bau­stein für eine inklu­si­ve Gesell­schaft. Men­schen, die nicht mobil sein kön­nen, kön­nen nicht gleich­be­rech­tigt an der Gesell­schaft teilhaben.

Im Früh­jahr 2021 konn­ten durch Aktivist*innen mit Behin­de­run­gen und vie­le Unterstützer*innen eine Anschub­fi­nan­zie­rung von über 4000 Euro inner­halb weni­ger Tage ein­ge­sam­melt wer­den. Für den Pro­zess wer­den wir 10.000 Euro benötigen. »

Wer die Initia­ti­ve unter­stüt­zen möch­te, kann das unter fol­gen­der Kon­to­num­mer tun:

ISL-Spen­den­kon­to: Spar­kas­se Kas­sel
Stich­wort „Bar­rie­re­freie Bahn“
BIC: HELADEF1KAS
IBAN: DE80 5205 0353 0001 1873 33

Oder online auf betterplace.org.

HaSe erleichtert das Bahnfahren

Alle wichtigen Infos auf einen Blick

Das Bild zeigt einen einen Screenshot der Webseite HaSe

Wer für eine Bahn­rei­se eine Ein­stieghil­fe benö­tigt, muss die­se vor­her buchen. Klingt ein­fach. Ist es aber nicht. Laut Kay Mac­quar­rie, dem Initia­tor der Peti­ti­on „Bahn­fah­ren ein­fach machen (für Rol­li, Rad, Rol­la­tor, Bug­gy & Co)“ ist es ein sehr kom­pli­zier­ter Vor­gang, der zudem so eini­ge Fal­len bereithält:

« Um die Hil­fe zum Ein­stieg anzu­mel­den, muss ein Online-For­mu­lar aus­ge­füllt wer­den oder eine kos­ten­pflich­ti­ge Tele­fon­num­mer ange­ru­fen wer­den. Das ist wahn­sin­nig zeit­auf­wen­dig. Auch kön­nen beim Aus­fül­len leicht Feh­ler gemacht wer­den. Das Buchungs­for­mu­lar hat unfass­bar vie­le Ein­ga­be­fel­der: es sind 79 (!) For­mu­lar­fel­der für Hin und Rück­rei­se mit je einem Mal umsteigen.» 

Knapp 135.000 Per­so­nen unter­stüt­zen die­se Peti­ti­on bis­lang, einer davon, laut Kay Macquarrie

« ein fin­di­ger und ver­sier­ter Ent­wick­ler, hat sich die­se Peti­ti­on zu Her­zen genom­men und in sie­ben Tagen ein digi­ta­les Werk­zeug gebaut, wel­ches die Hil­fe­leis­tung qua­si auf Knopf­druck anmeldet.

Das Ergeb­nis ist HaSe (Hil­fe­leis­tung als Ser­vice) und ist über einen gän­gi­gen Web­brow­ser unter https://hase.app/ auf­ruf­bar und hat einen Zei­tungs­preis in der Spar­te „Nicht meckern, machen!” gewon­nen. Über 150 Nut­zen­de haben damit bereits fast 1000 Hil­fe­leis­tun­gen erfolg­reich – und kos­ten­los – angemeldet.» 

Die­se

« erspart den Nut­zen­den müh­sa­me Tele­fo­na­te und/oder eine E‑Mail Flut mit der Bahn. Auf einem Blick sind alle wich­ti­gen Infos, die ich für mei­ne Rei­se brau­che erkenn­bar. Gleich­zei­tig sind mei­ne Fahr­ten gut doku­men­tiert, was ins­be­son­de­re für eine mög­li­che Scha­dens­er­satz­for­de­rung wich­tig wird. Denn Hand aufs Herz: Es ver­geht lei­der kaum eine Rei­se mit der Bahn, die rei­bungs­frei verläuft.» 

Apro­pos „rei­bungs­frei“:

Wer bei der Bahn­fahrt auf Hin­der­nis­se stößt, kann auf der Web­sei­te refund­re­bel schnell und unkom­pli­ziert prü­fen, ob ein Anspruch auf Ent­schä­di­gung besteht.

NDR-Reportage über Bahnfahren mit Rollstuhl

„Extrem beschwerlich”

Das Bild zeigt einen Rollstuhlfahrer beim Einstieg in einen Zug. Zu sehen sind ein Mann im Handbike, ein Schaffner und die mobile Rampe für den Einstieg

„Das Ergeb­nis: ernüch­ternd”. Zu die­sem Schluss kam Panorama‑3-Repor­ter (NDR) Jörg Hil­bert, nach­dem er die Roll­stuhl­fah­re­rin Kath­rin Den­ecke und den Roll­stuhl­fah­rer Kay Mac­quar­rie beim Zug­fah­ren begleitete.

Kath­rin Den­ecke und Kay Mac­quar­rie set­zen sich aktiv für dis­kri­mi­nie­rungs­frei­es Rei­sen ein.

Repor­ter Jörg Hil­bert sprach außer­dem mit der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ste­pha­nie Aeff­ner (Grü­ne), die „sagt, sie kön­ne ihr Man­dat wegen der Bar­rie­ren im ICE nicht gleich­be­rech­tigt ausüben”.

Das Ergeb­nis der Recher­che von Jörg Hil­bert ist der auf­schluss­rei­che 9minütige Bei­trag „Extrem beschwer­lich: Bahn­fah­ren für Roll­stuhl­fah­rer”.

 

 

 
 
Das Bild zeigt den Lift für den Einstieg in die Bahn

Mehr als 1 Mrd. € inves­tiert die Deut­sche Bahn in neue Schnell­zü­ge. Die ers­ten der ins­ge­samt 73 bei der Fir­ma Sie­mens bestell­ten ICE 3neo sol­len bereits Ende 2022 in Betrieb gehen; zunächst auf Stre­cken zwi­schen NRW und München.

Die Deut­sche Bahn preist ihre Neu­erwer­bung in den höchs­ten Tönen an: U.a. mehr Ein­stie­ge, mehr Kom­fort und bes­se­re Mobil­funk­ver­bin­dun­gen. Das abso­lu­te High­light: Der ICE 3neo crui­sed mit einer Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 320 km/h durch die Lande.

Nur lei­der wird ein Teil der Bevöl­ke­rung gar nicht – oder nur schwer – in den Genuss eines sol­chen  Speed­t­rips kom­men, denn die Züge sind nicht barrierefrei. 

Von den ins­ge­samt 439 Sitz­plät­zen pro Zug sind ledig­lich zwei für Roll­stüh­le vor­ge­se­hen, von den 12 Türen pro Sei­te ist jeweils eine „für Roll­stüh­le geeig­net“, wie die Bahn schreibt, außer­dem ist ledig­lich 1 WC behindertengerecht.

Die Inter­es­sens­ver­tre­tung Selbst­be­stimmt Leben in Deutsch­land e.V. – ISL kri­ti­siert, dass die neu­en Züge „nicht bar­rie­re­frei sein“ werden:

« 

 Sie sind nicht niveau­gleich zur gän­gi­gen Bahn­steig­hö­he. Das bedeu­tet, dass Rol­li-und Rol­la­to­ren­nut­zen­de den Zug beim Ein- und Aus­stieg nicht allei­ne, also nicht ohne frem­de Hil­fe, wer­den nut­zen können. 

Statt­des­sen wer­den sie über einen Lift geschickt. Dabei hat genau die­ser Lift in der Ver­gan­gen­heit so viel Feh­ler­an­fäl­lig­keit erzeugt, dass die inof­fi­zi­el­le Bahn­an­sa­ge lau­tet, ihn erst gar nicht zu nutzen…

» 

Dabei müs­se laut Bun­des­gleich­stel­lungs­ge­setz bei Neu­an­schaf­fun­gen Bar­rie­re­frei­heit gewähr­leis­tet sein, so die ISL.

Die Initia­ti­ve for­dert, den Ver­trag auf­zu­lö­sen und statt­des­sen bar­rie­re­freie Züge anzu­schaf­fen – auch zu dem Preis, dass die­se dann nicht eine Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 320 km/h erreichen.

Die ISL unter­stützt die Peti­ti­on „Bahn­fah­ren ein­fach machen (für Rol­li, Rad, Rol­la­tor, Bug­gy & Co)” von Kay Mac­quar­rie. Der Traum des Pend­lers zwi­schen Kiel und Ber­lin ist es, „ein­fach mal die Bahn neh­men zu kön­nen“. Vor­erst möch­te er mit der Peti­ti­on errei­chen, dass der Buchungs­pro­zess für die Unter­stüt­zung für mobi­li­täts­ein­ge­schränk­te Rei­sen­de ver­ein­facht und in das Online-Buchungs­sys­tem inte­griert wird.

Barrierefrei-Ausbau der U‑Bahn geht weiter

Das Bild zeigt ein Plakat der Hochbahn Hamburg. Zu sehen ist ein Platz mit einem Fahrstuhl und die Überschrift Hamburg wird geliftet

Ins­ge­samt 93 Hal­te­stel­len beinhal­tet das U‑Bahn-Netz der Ham­bur­ger Hoch­bahn. Mehr als 90% davon sind inzwi­schen bar­rie­re­frei, die U‑Bahnlinien U2 und U4 sind kom­plett bar­rie­re­frei aus­ge­baut. Aktu­ell bekom­men die Hal­te­stel­len Rat­haus­markt und Möncke­berg­stra­ße ein Lif­ting, die Umbau­ar­bei­ten sol­len im Früh­jahr 2022 abge­schlos­sen sein.

Sechs Hal­te­stel­len ste­hen dann noch auf dem ambi­tio­nier­ten bar­rie­re­frei Aus­bau­plan der Ham­bur­ger Hoch­bahn: Als­ter­dorf, Hudt­walcker­stra­ße, Meß­berg, Saar­land­stra­ße, Sie­rich­stra­ße und Stern­schan­ze. Die Umbau­ar­bei­ten in den Sta­tio­nen Als­ter­dorf und Hudt­walckersrtra­ße sol­len noch 2022 begin­nen, 2023 folgt die Sta­ti­on Meß­berg und ab 2024 wer­den die Sta­tio­nen Saar­land­stra­ße, Sie­rich­stra­ße und Stern­schan­ze zur Großbaustelle.

Der Plan umfasst neben Fahr­stüh­len auch erhöh­te Bahn­stei­ge, um einen pro­blem­lo­sen Ein- und Aus­stieg zu gewähr­leis­ten, zudem ein tak­ti­les Leit­sys­tem für blin­de und seh­be­hin­der­te Men­schen. Lei­der ver­fü­gen nicht alle Sta­tio­nen über erhöh­te Bahnsteige.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zu den ein­zel­nen Sta­tio­nen, auch über even­tu­el­le Betriebs­stö­run­gen  eines Fahr­stuhls, bie­tet der Auf­zugs­plan des HVV.

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Kristina Vogel: „Fahrrad­freundlichste Persönlichkeit des Jahres 2021”

Es gibt in der „paralym­pi­schen” Welt fan­tas­ti­sche Sport­ler, die natio­na­le und inter­na­tio­na­le Meis­ter­ti­tel gera­de­zu sam­meln, die aber den­noch nur den Ken­nern des Behin­der­ten­leis­tungs­sports bekannt sind.

Und es gibt Kris­ti­na Vogel, die nach ihrem tra­gi­schen Unfall von 2018 sich gegen eine „paras­port­li­che” Kar­rie­re ent­schie­den hat – und ihrer gro­ßen sport­li­chen Erfol­ge bis 2018 immer noch bekann­ter ist als die oben erwähn­ten vie­len Para-Helden.

So blöd das für die Welt des Paras­ports auch ist, für die Wahr­neh­mung der Para-Welt ins­ge­samt ist die Auf­merk­sam­keit für Kris­ti­na Vogel als die, die sie heu­te ist, viel­leicht den­noch posi­tiv zu sehen!

Lesen Sie den gan­zen Arti­kel „Fahr­rad­fah­ren liegt in mei­ner DNA“ über Kris­ti­na Vogel :

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