(K)eine Bahn für alle

Das Bild zeigt den Lift für den Einstieg in die Bahn

Mehr als 1 Mrd. € inves­tiert die Deut­sche Bahn in neue Schnell­zü­ge. Die ers­ten der ins­ge­samt 73 bei der Fir­ma Sie­mens bestell­ten ICE 3neo sol­len bereits Ende 2022 in Betrieb gehen; zunächst auf Stre­cken zwi­schen NRW und München.

Die Deut­sche Bahn preist ihre Neu­erwer­bung in den höchs­ten Tönen an: U.a. mehr Ein­stie­ge, mehr Kom­fort und bes­se­re Mobil­funk­ver­bin­dun­gen. Das abso­lu­te High­light: Der ICE 3neo crui­sed mit einer Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 320 km/h durch die Lande.

Nur lei­der wird ein Teil der Bevöl­ke­rung gar nicht – oder nur schwer – in den Genuss eines sol­chen  Speed­t­rips kom­men, denn die Züge sind nicht barrierefrei. 

Von den ins­ge­samt 439 Sitz­plät­zen pro Zug sind ledig­lich zwei für Roll­stüh­le vor­ge­se­hen, von den 12 Türen pro Sei­te ist jeweils eine „für Roll­stüh­le geeig­net“, wie die Bahn schreibt, außer­dem ist ledig­lich 1 WC behindertengerecht.

Die Inter­es­sens­ver­tre­tung Selbst­be­stimmt Leben in Deutsch­land e.V. – ISL kri­ti­siert, dass die neu­en Züge „nicht bar­rie­re­frei sein“ werden:

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 Sie sind nicht niveau­gleich zur gän­gi­gen Bahn­steig­hö­he. Das bedeu­tet, dass Rol­li-und Rol­la­to­ren­nut­zen­de den Zug beim Ein- und Aus­stieg nicht allei­ne, also nicht ohne frem­de Hil­fe, wer­den nut­zen können. 

Statt­des­sen wer­den sie über einen Lift geschickt. Dabei hat genau die­ser Lift in der Ver­gan­gen­heit so viel Feh­ler­an­fäl­lig­keit erzeugt, dass die inof­fi­zi­el­le Bahn­an­sa­ge lau­tet, ihn erst gar nicht zu nutzen…

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Dabei müs­se laut Bun­des­gleich­stel­lungs­ge­setz bei Neu­an­schaf­fun­gen Bar­rie­re­frei­heit gewähr­leis­tet sein, so die ISL.

Die Initia­ti­ve for­dert, den Ver­trag auf­zu­lö­sen und statt­des­sen bar­rie­re­freie Züge anzu­schaf­fen – auch zu dem Preis, dass die­se dann nicht eine Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 320 km/h erreichen.

Die ISL unter­stützt die Peti­ti­on „Bahn­fah­ren ein­fach machen (für Rol­li, Rad, Rol­la­tor, Bug­gy & Co)” von Kay Mac­quar­rie. Der Traum des Pend­lers zwi­schen Kiel und Ber­lin ist es, „ein­fach mal die Bahn neh­men zu kön­nen“. Vor­erst möch­te er mit der Peti­ti­on errei­chen, dass der Buchungs­pro­zess für die Unter­stüt­zung für mobi­li­täts­ein­ge­schränk­te Rei­sen­de ver­ein­facht und in das Online-Buchungs­sys­tem inte­griert wird.

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